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Wie viel ist Ihr Unternehmen wert? – Unternehmensbewertung in der Praxis

Strategische Voraussicht und Planung als Grundlage einer effizienten Schutzrechtsanmeldung und Verwertung von Innovationsideen – Ein praktisches Beispiel

Die Absicherung von Innovationen durch Schutzrechte (wie bspw. Patente) spielt bei der Entwicklung neuer Produkte oder Verfahren eine große Rolle. Patente helfen Unternehmen dabei eine starke Marktposition zu erreichen und sich gegenüber Wettbewerbern durchzusetzen als auch abzugrenzen. Zudem steigern Patente das Vertrauen von Kunden, Investoren und Lieferanten und stärken somit die Bindung und Loyalität der Kunden zum Unternehmen. Daraus folgen in der Regel höhere Gewinne.

Schutzrechtsanmeldungen haben allerdings nicht nur Vorteile – in der Praxis sind die Anmeldungen mit Kosten und einem zeitlichen Aufwand verbunden. Eine Anmeldung um des Anmeldewillens kann zu wirtschaftlichen Einbußen führen und somit den Erfolg einer Innovation schmälern oder gar nicht erst entstehen lassen. Wichtig hierbei ist dementsprechend, dass neben der Recherche zur Ermittlung von neuheitsschädlichen Veröffentlichungen auch wirtschaftliche Potenziale berücksichtigt werden – besonders in Bezug auf mögliche Anwendungsgebiete. Zudem sollten Sie sich bereits vor der Anmeldung überlegen, inwiefern eine Internationalisierung für Ihre Entwicklungen in Frage kommen kann.

Als white ip group bieten wir unseren Auftraggebern ein einmaliges Zusammenspiel aus genau diesen beiden Perspektiven. Der folgende Use Case soll Ihnen aufzeigen, welche Mehrwerte durch unser Vorgehen entstehen und welche Chancen und Risiken bereits im Vorfeld einer Patentanmeldung dadurch beleuchtet werden können.

Der Use Case

Die Fusion Bionic GmbH mit Sitz in Dresden befasst sich mit der Entwicklung, dem Vertrieb und der Anwendung von Systemlösungen zum Design biomimetischer Oberflächen durch Lasertechnologie. Als Spin-off des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik IWS entstanden, bietet Fusion Bionic kommerzielle Laserinterferenztexturierungslösungen für verschiedene Anwendungsbereiche wie verbesserte Biokompatibilität, reduzierte Reibung, optimierte Oberflächenbenetzbarkeit, Anti-Vereisungs- und Anti-Haft-Eigenschaften, Dekoration sowie Produktschutz.

Dank eines innovativen Verfahrens zur Hochgeschwindigkeitsbearbeitung von Oberflächen können negative Effekte auf Produkten verhindert oder gänzlich neue Produkteigenschaften bereitgestellt werden.

Da es sich hierbei um ein neuartiges Verfahren handelt, sollte die Innovation zum Patent angemeldet werden.

Um die Schutzrechtsanmeldung auch aus wirtschaftlicher Perspektive zu betrachten, wurden wir mit der Identifizierung verschiedener Anwendungsfelder für diese Technologie beauftragt.

Unser Vorgehen

Der Wunsch unseres Auftraggebers bestand darin, die Innovation erst auf dem deutschen Markt zum Patent anzumelden, um sich zunächst den Zeitrang zu sichern und danach eine Internationalisierungsstrategie zu entwickeln. Für die Internationalisierung hat der Anmelder ab dem Tag der Patentanmeldung 12 Monate (sog. Prioritätsfrist) Zeit sich zu entscheiden, in welchen weiteren Ländern die Innovation zum Patent angemeldet werden soll.

Doch damit eine zielgerichtete Anmeldestrategie erstellt und letztlich erfolgreich umgesetzt werden kann, sollten bereits im Vorfeld weitere Anwendungsgebiete für die Erfindung genau identifiziert sein. Dieser Schritt ist wichtig, da die identifizierten Anwendungsgebiete bei der Ausarbeitung der Ansprüche einer Patentanmeldung einfließen können.

Dies erlaubt es dem Anmelder einerseits, bereits von Beginn an im Schutzrecht mögliche Hintertüren für Wettbewerber zu schließen. Denn es besteht bei Patentanmeldungen, mit denen versucht wird einen breiten Schutz zu erzielen, dass dieser Schutz durch Anmeldung sog. Auswahlerfindungen von Konkurrenten torpediert werden kann.

Darüber hinaus stellt die frühzeitige Identifizierung von Anwendungsgebieten die Grundlage zum Aufbau eines starken Schutzrechtsportfolios dar, welches als Fundament für eine langjährige Partizipation vom Entwicklungsreichtum Ihres Unternehmens dienen kann.

Nicht zuletzt können für wirtschaftliche Anwendungsgebiete bereits vor der Anmeldung Strategien erarbeitet werden, die nach der Schutzrechtserteilung eine zielgerichtete Einzellizenzierung oder auch die Vergabe von alleinigen Lizenzen für sachliche Anwendungsgebiete erlauben, wodurch nicht nur die Abhängigkeit von einem einzigen Lizenznehmer reduziert werden kann sondern auch höhere Einnahmen aus der Lizenzierung erzielt werden können.

Eine Marktanalyse ermöglicht es nicht nur im Vorfeld einer Anmeldung bereits bestehende Konkurrenzprodukte im selben oder in anderen Anwendungsgebieten mit einer ähnlichen oder sogar gleichen Funktionsweise zu identifizieren, sondern auch mögliche Kollisionspotentiale in betriebswirtschaftlicher als auch rechtlicher Hinsicht aufzudecken. Somit können frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden und unnötige Kosten vermieden werden. Darüber hinaus ist es hilfreich die Anwendungsgebiete für ein Produkt oder Verfahren genau zu kennen, damit Strategien zum Markteintritt und somit zur Verwertung des Patents abgeschätzt bzw. entwickelt werden können. Um möglichst effektiv und erfolgsversprechend am Markt aufzutreten ist es wichtig, dass nicht nur die Anwendungsgebiete identifiziert, sondern auch deren wirtschaftliche Potenziale und Bedarfe in Bezug auf die Innovation abgeschätzt werden.

Vor allem die Technologie unseres Auftraggebers zur Bearbeitung von Oberflächen umfasst ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten. Eine erste Eingrenzung konnte dahingehend anhand einer gemeinsamen Zielstellung vorgenommen werden. Dahingehend haben wir uns bei der Analyse auf eine eingegrenzte Anwendbarkeit fokussiert. Oftmals sind in den eingegrenzten Bereichen sehr viele verschiedene und oft nicht für die Innovation sinnstiftende Anwendungsmöglichkeiten vorhanden. Für eine weitere Eingrenzung der Anwendungsgebiete sind wir daher aus wirtschaftlicher Sicht wie folgt vorgegangen:

    1. Bei welchen Oberflächen treten störende bzw. (starke) negative Auswirkungen auf? Welche Potenziale gehen dadurch verloren?
    2. Welchen Anteil an der Produktion und in der Weiterverarbeitung hat der deutsche Markt an der Herstellung dieser Oberflächen?
    3. Wie hoch ist der Anteil der bereits bestehenden Lösungen? Wie wirksam sind die Alternativen?
    4. Wie groß ist das Marktpotenzial des jeweiligen Anwendungsgebiets?

Die Ergebnisse wurden anhand einer Bewertungsskala priorisiert. Darauf aufbauend konnte der Marktbedarf der neuen Technologie in dem jeweiligen Anwendungsgebiet ermittelt werden.

Im Ergebnis wurden durch uns insgesamt zehn für die Technologie passende Anwendungsgebiete identifiziert. Mit unserem Auftraggeber wurden vier in die engere Auswahl für den geplanten Markteintritt ausgewählt.

Die Ergebnisse der wirtschaftlichen Identifikation und Analyse der Anwendungsgebiete bildeten im Ergebnis einen wesentlichen Baustein für die Patentanmeldung, welche durch die white ip | Patent & Legal ausgearbeitet wurde. Die recherchierten bestehenden Lösungen wurden aus patentrechtlicher Sicht näher studiert und bewertet. Zudem kann die juristische Seite aufbauend auf den identifizierten Anwendungsgebieten und Wettbewerbern nach weiteren Schutzrechten in den Bereichen suchen. Die wirtschaftliche Vorab-Analyse gibt einer Patentschrift somit eine betriebswirtschaftliche Grundlage, um diese nicht nur entsprechend der Funktionsweise, sondern auch für Anwendungsmöglichkeiten zu verfassen.

Internationalisierung

Auch im Zuge der Internationalisierung der Erfindung ist das Zusammenspiel zwischen wirtschaftlicher und patentrechtlicher Betrachtung Gold wert.

Innerhalb von 12 Monaten kann entschieden werden, in welchen weiteren Ländern das Patent angemeldet werden soll. Vor allem bei der internationalen Anmeldung spielt der Kostenfaktor in Bezug auf die wirtschaftliche Verwertbarkeit eine sehr große Rolle.

Bei der Länderauswahl für eine internationale Anmeldung sollten vor allem wirtschaftliche Faktoren, wie die allgemeine Marktattraktivität im Zusammenhang mit der politischen, wirtschaftlichen, sozio-kulturellen und rechtlichen Situation sowie der Einfluss der bestehenden Marktakteure von Beginn einkalkuliert werden. Neben den makroökonomischen Kriterien können sich zudem auch die Anwendungsgebiete der Erfindung ändern. So kann ein Anwendungsgebiet im deutschen Raum weniger Potenzial aufweisen als beispielsweise im asiatischen Raum.

Aufbauend auf der wirtschaftlichen Betrachtung und Eingrenzung von internationalen Zielmärkten kann eine patentrechtliche Anmeldestrategie und eine wirtschaftliche Verwertungsstrategie für den Markteintritt entwickelt werden.

Im Zuge der Patentanmeldung profitierte unser Auftraggeber vor allem aufgrund der kurzen Wege und der gemeinsamen Betrachtung unterschiedlicher Sichtweisen – wirtschaftlich und patentrechtlich, welche in unsere Gruppe anzutreffen sind.

Generell besteht die Philosophie unserer Unternehmensgruppe gerade darin Patentanmeldungen mit einer wirtschaftlichen Lupe genauer zu betrachten umso möglichst effizient Innovationen zu schützen.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Identifikation Ihrer Innovationsfelder und Anwendungsfelder für Ihre Produktentwicklungen und Schutzrechtsanmeldungen.

Kontaktieren Sie uns gern telefonisch unter 0351 896 921 50 oder schreiben Sie uns eine E-Mail an business@white-ip.com.

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